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Die Burg

Ihren ältesten Teil bauten die Herren von Riesenburg in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ein architektonisches Juwel im gotischen Teil ist die Burgkapelle Maria Heimsuchung aus dem Jahre 1400. Sie wurde am 14. Mai 1400  eingeweiht. Die Kapelle hat ein Rippengewölbe mit zwei Bolzen. Einer von ihnen trägt das Reliefwappen der Herren von Riesenburg, der andere ein heraldisches Vierblatt. Die Kapelle ist 14 m lang, 10 m breit und 9 m hoch. Einzigartig sind die ursprünglichen Wandgemälde. Sie zeigen 17 biblische Szenen (z.B. Kalvarienberg, Maria Verkündigung, Geburt Christi, Anbetung der Heiligen drei Könige, Heiliger Christophorus, usw.). Der Maler ist unbekannt. Einige Forscher glauben, die Gemälde haben eine mystische und astrologische Bedeutung (Symbole der Sonne, des Mondes, der Sterne, usw.). Sowohl die Kapelle als auch die Gemälde befinden sich leider in einem schlechten Zustand. Schon im 19.  Jahrhundert wurde die Kapelle als Speicher benutzt.
Der historische Kern der Burg besteht aus zwei viereckigen Türmen, die im ersten Viertel des 16.  Jahrhunderts durch einen Wohnpalast mit 15 Sälen verbunden und architektonisch vereinigt wurden (1524). Es geschah unter der Herrschaft der Pflugs von Rabenstein, die die Burg im Geiste der späten Gotik und Renaissance "modernisierten". Im Palast haben sich zahlreiche wundervolle Portale und Fenstergewände aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten. Einige Portale wurden hier erst später, am Ende des 19. Jahrhunderts, eingesetzt. Sie stammen aus Neuhof (Nový dvůr) und aus dem Schloss in Theusing (Toužim). Die Portale sind mit verschiedenen Zeichen der Steinmetzer signiert.
Als die Burg am Anfang des 16. Jahrhunderts umgebaut wurde, wurde zu ihrem gotischen Teil ein Renaissanceschloss, der sog. Pflugsche Palast (Pflugsche Häuser) angebaut. Auf dem Hof ist das Wappen der Pflugs von Rabenstein zu sehen, das ihre Schlüsselbedeutung für die Geschichte der Burg und des Städtchens Petschau symbolisiert.
Als 1623 der mächtige zylinderförmige Turm erniedrigt wurde, wurde das Aussehen der Burg von Petschau noch mehr geändert. Der Turm wurde allmählich von einem Wach- und Verteidigungsbergfried zu einem Aussichtsturm.
Während des Dreissigjährigen Krieges verfiel die Burg ziemlich. Nach dem Krieg sollte sie nach den Plänen des Militärkommandanten Johan Lacron wieder befestigt werden. Doch dazu war nicht genug Geld und so wurde nur die sog. Lacron-Bastion über dem Burggraben gebaut (1656).
Im 18.  Jahrhundert wurde die Burg nur wenig umgebaut. Das Torso des zylinderförmigen Turms musste auf nur 6 Meter erniedrigt werden. Von dem ursprünglich gotischen Turm haben sich nur die Grundmauern mit dem Allianzwappen der Familien Questenberg und Kaunitz erhalten.
Zum letztenmal wurde die Burg von Petschau in den Jahren 1861-1865 nach den Plänen der Architekten Josef Zítek und Josef Mocker umgebaut. Der Umbau war ziemlich klein im Unfang. Die beiden Architekten legten dem Besitzer der Burg (Beaufort) die Pläne für einen radikalen Umbau der mittelalterlichen Burg im Geiste des romantischen Historismus, vor. Zum Glück war Beaufort mit den Plänen nicht einverstanden und die Burg hat sich ihr altertümliches Aussehen erhalten, das jeden Besucher von Petschau fasziniert.
Ein organischer Teil des Herrensitzes ist das Barockschloss
Es wurde in den Jahren 1750-1753 in nächster Nähe der verödeten Burg gebaut. Der Bau des sog. Neuen oder auch Unteren Schlosses wurde vom damaligen Besitzer von Petschau, Dominik Andreas Kaunitz, finanziert. Die Dominante des Schlosses ist ein achteckiger Turm. Eine Steinbrücke mit den Statuen des Johan von Nepomuks und des Jesuitenpaters Johan de Gotto aus dem Jahre 1753 verbindet das Schloss mit der Ansiedlung unterhalb des Schlosses. Auf dem Sockel der Plastik des heiligen Johan Nepomuk ist das Allianzwappen der Familien Questenberg und Kaunitz.
Das Eingangstor des Schlosses wird von einem Renaissanceportal aus dem Jahre 1540 umrahmt.
In den Jahren 1861-75 wurden die Interieurs des Schlosses modernisiert. Die Architekten J. Mocker und J. Zítek nahmen an der Modernisierung teil. Durch den Umbau im Jahre 1861 gewann die Scchlosskapelle ihr heutiges Aussehen. Die Schlossterrassen stammen erst aus der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts. Unter den Terrassen befindet sich das ausgedehnte Kellergewölbe der ehemaligen Bierbrauerei aus dem 18. Jahrhundert.
Im Jahre 1996 wurde das renovierte Schloss zum erstenmal in seiner Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seinen Stolz - den renovierten romanischen Reliquienschrein St. Maurus können Sie in einer späteren Zeit besichtigen. (Staatsburg Petschau a.d.T., Tel. 017/992 50)